USA gegen Nord-Stream-2 (28.09.2018)

Auf dem Weg zur amerikanischen Energiedominanz?

Das Nord-Stream-2-Projekt soll in zusätzlichen Pipelines mehr Energie aus Russland direkt nach Deutschland transportieren, und zwar ohne den Transit durch Polen und insbesondere auch ohne den Transit durch die Ukraine.

Den USA ist dieses Projekt ein Dorn im Auge, und die US-Regierung hat sogar über Sanktionen für europäische Firmen, die sich am Bau der Gaspipeline beteiligen, nachgedacht. Befürchtet sie, dass durch das Pipeline-Projekt eine verstärkte Abhängigkeit der EU von Russland entstehe, die die Energiesicherheit in Europa untergrabe? Oder soll der Vorstoß dazu dienen, den amerikanischen Produzenten Marktanteile auf den globalen Energiemärkten zu sichern?

Im Streit um Nord Stream 2, der auch durch die Intervention des US-Präsidenten am Rande des Nato-Gipfels im Juli 2018 wieder eine breitere öffentliche Beachtung gefunden hat, ist die Sicherheit der Energieversorgung Europas kritisch hinterfragt worden. Die Erweiterung der Pipelineverbindungen zwischen Russland und Deutschland, mit der Gas ohne den Transit durch Polen, aber insbesondere auch ohne den Transit durch die Ukraine nach Deutschland und von da aus in weitere EU-Länder transportiert werden kann, erhöht die Möglichkeiten des Gasimports aus Russland. Damit stellt sich die Frage, ob dadurch für die EU eine verstärkte Abhängigkeit, genauer eine einseitige Abhängigkeit von Russland entsteht oder verfestigt wird, die Russland in anderen politischen und sicherheitspolitischen Konflikten in eine dominierende Position bringen kann.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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